© Michael Muck-Kremtz / Boris Heinrich
Dominik Susteck

unerHÖRT!, FV

Zeichen

Dominik Susteck, Orgel

Dienstag, 13. April 2021, 20 Uhr
Neustädter Kirche
Neustädter Kirchenplatz 2, 91054 Erlangen

Dominik Susteck, Orgel

Dominik Susteck
I „Morse“ aus: „Zeichen“ (2016)

György Ligeti
Harmonies (1967)

Dominik Susteck
II „Funkfeuer“ aus „Zeichen“

Katrin Klose
Neues Werk (2021) – Uraufführung

Dominik Susteck
III „Schatten“ aus „Zeichen“

John Cage
Souvenir (1983)

Dominik Susteck
IV „Echos“ aus „Zeichen“

Mauricio Kagel
Raga, Rondeña, Rosalie aus „Rrrrrrr… 8 Orgelstücke“ (1981)

Dominik Susteck
V „Signal“ aus „Zeichen“

Hans-Joachim Hespos
SNS (1975)

Dominik Susteck
VI „Geister“ aus „Zeichen“

Eine Klangwelt voller Zeichen – Dominik Susteck zeigt den klanglichen Reichtum der Orgel

Die Orgel ist in der Kirchenmusik fest verankert und begleitet Gemeinden bei ihren Gottesdiensten. Dabei ist sie mehr als ein Begleitinstrument, sie gilt als die „Königin der Instrumente“. Jede Orgel ist dabei einzigartig: ein Individuum, ein Klangkörper mit eigenem Charakter, raumfüllend, umfassend in ihren Klangmöglichkeiten und sehr komplex. Denn zwischen Spieler und den erzeugten Tönen steckt so viel Technik wie in kaum einem anderen Instrument: Motoren, die Luft in Bewegung setzen, Register, Holz, Metall, Tasten und Trakturen. Dominik Susteck zeigt in seinem Programm in der unerHÖRT!-Reihe die klanglichen Möglichkeiten, die eine Orgel zu bieten hat.

Der Organist studierte Kirchenmusik und Komposition an der Folkwang Universität in Essen. Seit 2007 ist er Organist der Kölner Kunst-Station Sankt Peter, einem innovativen Zentrum für zeitgenössische Kunst und Musik. Hier steht eine Orgel, die besonders die Aufführung Neuer Musik ermöglichen soll. Die Musik des 20. Jahrhunderts, aber auch zeitgenössische Orgelkompositionen samt Uraufführungen haben es Dominik Susteck angetan. Dabei ist er gleichzeitig Interpret von Werken anderer Komponistinnen und Komponisten, aber auch seiner eigenen Werke. In seinem Zyklus „Zeichen“ erschafft Susteck eine eigene klangliche Welt. „Morse“ heißt darin der erste Satz, mit dem auch das unerHÖRT!-Konzert beginnt. Es ist ein in Morsezeichen verklausuliertes Zitat aus dem Markusevangelium. Die sich in Klängen aussprechenden Morsezeichen stehen für die Worte „Öffne dich – Effata“. Der Komponist sieht diesen Satz als ein Sinnbild für das Öffnen hin zu Gott, zur Spiritualität und zum Leben. Sustecks Zyklus bildet in dem Konzert den Rahmen und die Klammer für weitere Werke, etwa von György Ligeti, John Cage und Mauricio Kagel. Diese Komponisten sind Klassiker der Neuen Musik. Ihre Orgelwerke sind allerdings weniger bekannt. In Ligetis Etüde „Harmonies“ pfeift der Wind, scheinen Schamanen Meditationsmusik zu summen, Klangschichten schieben sich übereinander, dann wieder auseinander. Darauf folgt der zweite Satz aus Sustecks „Zeichen“-Zyklus namens „Funkfeuer“. Darin lässt er Töne wie Signallichter aufsteigen. Der Organist pfeift, Orgel und Organist führen einen Dialog. Schaffen sie es, sich anzunähern? Der unerHÖRT!-Abend von und mit Dominik Susteck wird die ganze Bandbreite dieses königlichen Instrumentes zeigen. Dabei wird er im wahrsten Sinne des Wortes alle Register ziehen.

Text: Eleonore Birkenstock

Dominik Susteck

Dominik Susteck (*1977 in Bochum) ist seit 2007 Organist der Kölner Kunst-Station Sankt Peter. Neben Lehrtätigkeit an Hochschulen in Essen, Düsseldorf, Weimar und Köln machte er mit modernen Improvisationskonzerten auf sich aufmerksam. Daneben spielte er zahlreiche Uraufführungen von Werken jüngerer Komponisten (Janson, Odeh-Tamimi, Pena, Froleyks, Köszeghy, Ruttkamp, Seidl, Wozny u.a.). Sein überwiegend auf zeitgenössische Musik ausgerichtetes Repertoire (Herchet, Hölszky, Kagel, Ligeti, Rihm, Stockhausen, Stäbler u.a.) präsentierte er auf mehreren CDs beim Label Wergo und Querstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk, zweimal hintereinander erhielt er dafür den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als Komponist wurde er mit Preisen ausgezeichnet (Deutscher Musikwettbewerb, Preis Zeitgenössische Geistliche Musik Schwäbisch Gmünd, Klaus-Martin-Ziegler Preis u.a.).

Dieses Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk – Studio Franken mitgeschnitten und auf BR-Klassik gesendet.

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