© Sebastien Metenier Fournet/Fayard Tele Verbier
Gautier Capuçon

FV

Russische Kammerphilharmonie

(Gautier Capuçon/Juri Gilbo)

Montag, 09. November 2020, 20 Uhr
Keine Einführung
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Sparkassen-Rabatt

Gestatten: Matteo Goffriller, geboren 1659 in Brixen, erst Mitarbeiter von Antonio Stradivari, dann selbständiger Geigenbauer in Venedig. Meine Instrumente gerieten in Vergessenheit, bis sich Pablo Casals von ihrer einzigartigen Qualität faszinieren ließ. Heute spielen neben Gautier Capuçon auch Yoyo Ma, Sol Gabetta und viele andere Celebrities ein Cello aus meiner Werkstatt.

Russische Kammerphilharmonie
Gautier Capuçon, Violoncello
Juri Gilbo, Leitung

Arvo Pärt
Cantus in memoriam Benjamin Britten

Edward Elgar
Konzert für Violoncello und Orchester
e-Moll op. 85

Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

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Gautier Capuçon
© Gregory Batardon

Großer Cellist – Großes Cello

Gautier Capuçon, Jahrgang 1981, stammt aus dem savoyischen Städtchen Chambéry und gehört seit vielen Jahren zu den Top-Cellisten seiner Generation.

Schon wenn er mit seinem Matteo Goffriller-Cello von 1701 „L‘Ambassadeur“ auf die Bühne kommt, wenn er sein breites Grinsen in den Saal strahlen lässt, und wenn er sich auf seinem Stuhl entspannt zurücklehnt, spätestens dann weiß das Publikum: Dieser Abend wird ein „Happening“!

Gautier Capuçon lebt im Hier und Jetzt, verwahrt sein umfassendes Wissen um Komponisten und ihre Werke, um geschichtliche Hintergründe und Spielweisen nicht in einem Elfenbeinturm, sondern gibt sein ganzes Inneres an das Gelingen des musikalischen Vortrags. Dabei fesselt er durch intensives Spiel, das von seinem unwiderstehlichen Charme noch näher an die Herzen der Zuhörer getragen wird. So erreicht er auch Menschen jenseits des „klassischen Markts“.

Nicht nur als Solist, auch als Kammermusiker ist er ein gefragter Partner, der weltweit – häufig auch mit seinem älteren Bruder, dem Geiger Renaud Capuçon – in den heiligen Hallen der Klassik auftritt. Dabei denkt er durchaus an die Zukunft und hat 2014 das Nachwuchs-Förderprojekt „Classe d’Excellence de Violoncelle“ gegründet, mit dem er jährlich sechs ausgewählten jungen Talenten durch intensive Arbeitsphasen den Start in die Profi-Karriere erleichtert.

Der gVe freut sich, Ihnen diesen Ausnahmekünstler mit dem Konzert für Violoncello e-moll des englischen Komponisten Edward Elgar präsentieren zu können. Gautier Capuçon wird diesem tendenziell melancholischen Spätwerk mit seinem tiefen Verständnis, aber auch seiner jungenhaften Lockerheit und technischen Bravour sämtliche Glanzpunkte aufsetzen. Legendär ist mittlerweile sein faszinierender Ton, man munkelt sogar, es seien schon Frauenherzen geschmolzen… Und achten Sie doch mal auf Gautier Capuçons rechten Fuß: Den kickt er gerne nach vorne, wenn ihn das Stück so richtig mitreißt.

Im Zusammenspiel mit Wladimir Spiwakow, dem Gründer und Chefdirigenten der Russischen Nationalphilharmonie, könnte es durchaus dazu kommen.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Wladimir Spiwakow, der vor einigen Jahren bereits beim gVe gefeiert wurde?

Dieses Mal wird er den Abend mit dem „Cantus in memoriam Benjamin Britten“ für zehnstimmiges Streichorchester und Glocke von Arvo Pärt eröffnen. Lassen Sie sich von der fein gewobenen, meditativen Musik des estnischen Komponisten in den Abend führen.

Eine ganz andere Stimmung ruft die 5. Sinfonie – die „Schicksalssinfonie“ – von Peter Tschaikowski hervor, die zusammen mit der vierten und sechsten Sinfonie zu dessen beliebtesten Sinfonien zählt. Hier wird das Orchester die innerlichen Kämpfe – und Siege! – des großen russischen Komponisten zelebrieren. Lauschen Sie auf das „Schicksalsmotiv“, es taucht in jedem der vier Sätze auf.

Text: René R. Reese

Gautier Capuçon
© Gregory Batardon
Gautier Capuçon

Gautier Capuçon ist ein wahrer Botschafter des 21. Jahrhunderts für das Violoncello. Er steht jede Saison mit vielen der bedeutendsten Dirigenten und Instrumentalisten der Welt auf der Bühne und ist außerdem Gründer und Leiter der ‚Classe d’Excellence de Violoncelle‘ der Fondation Louis Vuitton in Paris.

Weltweite Anerkennung erhält der vielfache Preisträger für seine musikalische Ausdrucksfähigkeit und große Virtuosität und die tiefe Klangfülle seines Instrumentes von Matteo Goffriler aus dem Jahre 1701. Capuçon widmet sich der beständigen Erforschung und Erweiterung des Cello-Repertoires.

Er spielt in jeder Spielzeit ein breites Repertoire und bringt regelmäßig neue Werke zur Uraufführung. Zu seinen aktuellen Projekten gehören die Uraufführung von Tabachniks Cellokonzert "Sommer" und die Zusammenarbeit mit Danny Elfman und Thierry Esciach.

In der Saison 2019/2020 konzertiert Capuçon unter anderem mit dem Los Angeles Philharmonic unter Philippe Jordan, der Česká filharmonie unter Semyon Bychkov, dem Rotterdams Philharmonisch Orkest unter Valery Gergiev, dem Saint Louis Symphony Orchestra unter Stéphane Denève, dem Singapore Symphony Orchestra unter Vladimir Ashkenazy, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Gianandrea Noseda sowie dem hr-Sinfonieorchester unter Alain Altingolu. Mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons und dem San Francisco Symphony Orchestra unter Michael Tilson Thomas geht der Cellist auf Europa- und USA-Tournee. Capuçon ist in der Saison 2019/2020 Artist in Residence des Orchestra della Svizzera Italiana, Lugano.

Als Kammermusiker geht er mit Yuja Wang auf Tournee und ist unter anderem in der Elbphilharmonie Hamburg, dem Wiener Konzerthaus, dem Barbican Centre London und der Philharmonie de Paris zu erleben. Außerdem konzertiert er in dieser Saison mit Renaud Capuçon, Frank Braley, Jérôme Ducros, und Leonidas Kavakos. Weitere regelmäßige Duopartner sind Nicholas Angelich, Martha Argerich, Daniel Barenboim, Lisa Batiashvili, Jean-Yves Thibaudet sowie das Artemis Quartett und das Quatuor Ébène.

Als Exklusivkünstler von Erato (Warner Classics) hat Gautier Capuçon viele Preise gewonnen und zahlreiche Alben aufgenommen. Sein aktuellstes Album mit Werken von Schumann wurde live mit Martha Argerich, Renaud Capuçon sowie dem Chamber Orchestra of Europe unter Bernard Haitink aufgenommen. Sein nächstes Album – das im Dezember 2019 veröffentlicht wird - wurde mit der Pianistin Yuja Wang aufgenommen und präsentiert Sonaten von Chopin und Franck. Weitere Aufnahmen beinhalten die beiden Cellokonzerte von Schostakowitsch mit Valery Gergiev und dem Mariinsky Orchester, Werke von SaintSaëns, aufgenommen mit dem Orchestre philharmonique de Radio France unter der Leitung von Lionel Bringuier, die vollständigen Cellosonaten von Beethoven mit Frank Braley, Schuberts Streichquintett mit dem Quatuor Ebène und Intuition, ein Album mit Zugabenstücken, aufgenommen mit dem Orchestre de chambre de Paris unter Douglas Boyd und dem Pianisten Jérôme Ducros.

Auf DVD veröffentlicht wurden die Live-Auftritte mit den Berliner Philharmonikern unter Gustavo Dudamel und Haydns Konzert für Violoncello Nr. 1 sowie mit Lisa Batiashvili und der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann (Brahms Konzert für Violine und Violoncello). Der Cellist erscheint auch in Programmen wie Prodiges, Now Hear This, und The Artist Academy. Ab Herbst 2019 wird er als Gastmoderator bei Radio Classique zu hören sein.

In Chambéry geboren, begann Capuçon im Alter von fünf Jahren mit dem Cellospiel. Er studierte am Conservatoire National Supérieur in Paris bei Philippe Muller und Annie CochetZakine und anschließend in der Meisterklasse von Heinrich Schiff in Wien. Jetzt spielt er mit den weltweit führenden Orchestern und konzertiert mit Dirigenten wie Lionel Bringuier, Gustavo Dudamel, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Andrés OrozcoEstrada, und Yannick Nézet-Séguin. Des Weiteren arbeitet Capuçon häufig mit zeitgenössischen Komponisten, darunter Lera Auerbach, Karol Beffa, Esteban Benzecry, Nicola Campogrande, Qigang Chen, Bryce Dessner, Jérôme Ducros, Henry Dutilleux, Thierry Escaich, Philippe Manoury, Bruno Mantovani, Krzysztof Penderecki, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann.

Juri Gilbo
© Alexander Neroslawsky
Juri Gilbo

Mit Juri Gilbo, der seit nunmehr 20 Jahren Künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Russischen Kammerphilharmonie ist, trat eine charismatische Musikerpersönlichkeit an die Spitze des Klangkörpers. Es ist ihm gelungen, dem Orchester neue Maßstäbe zu setzen, zu einem internationalen Spitzenorchester zu formen und einen unverwechselbaren Klang zu verleihen.

Der in St. Petersburg geborene Musiker zählt heute zu den aufregendsten Talenten der neuen Dirigentengeneration und ist stark geprägt von den Musiktraditionen seiner Heimat. Schon als Kind besuchte er stets die Opernaufführungen im Mariinsky Theater sowie die Konzerte in der Philharmonie seiner Heimatstadt mit legendären Solisten und Dirigenten wie Vladimir Horowitz, Marta Argerich, Leonard Bernstein, Kurt Masur, Gidon Kremer, Igor Oistrach, Mariss Jansons, Emil Gilels und Swjatoslaw Richter.

Bereits mit vier Jahren erhielt er seinen ersten Musikunterricht und widmete sich zunächst der Geige und der Bratsche. Weitere Studien führten ihn an das traditionsreiche St. Petersburger Staatskonservatorium und an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main in die Bratschenklasse von Tabea Zimmermann. Zugleich machte er seine Dirigentenausbildung bei Luigi Sagrestano.

Juri Gilbo arbeitet mit Weltklasse-Solisten zusammen und gastiert regelmäßig in den wichtigsten europäis-chen Konzerthäusern und bei zahlreichen renommierten internationalen Festivals. Gastdirigate führen ihn zu verschiedenen Orchestern nach Deutschland, Russland, Polen, Spanien, Israel, Lateinamerika und China sowie in die Schweiz und in die Türkei.

Die intensive Konzerttätigkeit des Künstlers wird durch die Studioproduktionen ergänzt. Seine CD mit Werken von Carl Maria von Weber, die bei SONY MUSIC erschienen ist, wurde mit dem begehrten „Editor’s Choice“ des renommierten Britischen Magazins „Gramophone“ ausgezeichnet.

Russische Kammerphilharmonie
© Sascha Neroslavsky
Russische Kammerphilharmonie

Die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg wurde 1990 von Absolventen des renommierten und traditionsreichen St. Petersburger Staatskonservatoriums gegründet.

Das Orchester ist zweifelsfrei einer der bedeutendsten musikalischen Botschafter seines Landes. Es demonstriert eindrucksvoll die unerschöpfliche Vielfalt an musikalischen Talenten sowie den hohen Ausbildungsstandard seines Heimatlandes. Sein außergewöhnlich breitgefächertes Repertoire, das vom Barock bis zur Moderne sowie von Kammermusik bis zu großer Sinfonik reicht, hat es zu einem der gefragtesten Klangkörper Europas gemacht.

Aufgrund der vielbeachteten Virtuosität und kultivierten Klangkultur gastiert das Orchester regelmäßig mit Solisten von Weltrang in den wichtigsten europäischen Konzerthäusern und bei zahlreichen renommierten internationalen Festivals, wie Schleswig-Holstein Musik Festival, Rheingau Musik Festival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Istanbul Music Festival, George Enescu Festival Bukarest und Al Bustan Festival Beirut. Mit ihrer hochprofessionellen Arbeit und unverwechselbarem künstlerischen Profil ist die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg nicht mehr aus dem europäischen Kulturleben wegzudenken. Gastspielhöhepunkte der laufenden Saison sind u.a. Konzerte in den Philharmonien in Berlin, Köln, Essen und München, im Leipziger Gewandhaus, im Dresdner Kulturpalast, in der Alten Oper Frankfurt, im Kopenhagener Tivoli, in der Tonhalle Zürich, im Pariser Théâtre des Champs Elysées, im Konzerthaus Wien, im Budapester Béla Bartók National Hall, im Bukarester Athenäum, sowie gleich drei Auftritte in der Elbphilharmonie. Die Tourneen führten das Orchester auch in das außereuropäische Ausland, u.a. nach Libanon, Chile, Uruguay, Argentinien, Südafrika, Dubai und in die Türkei.

Seit seiner Gründung ist das Orchester Anziehungspunkt für internationale Solisten. Die legendären Mstislav Rostropovich, Mikis Theodorakis, Igor Oistrach, Mischa Maisky, Nigel Kennedy, Sir James Galway, Edita Gruberova, Dmitri Hvorostovsky, Vadim Repin, Fazill Say, Lilya Zilberstein, Giora Feidman, Sergei Nakariakov, Gabor Boldoczki, Martin Stadtfeld, Nikolai Tokarev und David Garrett gehörten zu den gefeierten Künstlern, die mit dem Orchester auftraten.

Die intensive europaweite Konzerttätigkeit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg wird durch die Studioproduktionen ergänzt. Die CD des Orchesters mit Werken von Carl Maria von Weber, die bei SONY MUSIC erschienen ist, wurde mit dem begehrten „Editor’s Choice“ der renommierten britischen Grammophone-Magazine ausgezeichnet.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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