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Romeo und Julia – Filmkonzert

FV

Romeo und Julia – Filmkonzert

(Nationaltheater Mannheim/Frank Strobel)

Mittwoch, 07. Oktober 2020, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Auf dem „Festival du Film“ in Cannes wurde „Romeo& Julia“ mit dem „Prix du film lyrique“ ausgezeichnet. Verfolgen Sie auf großer Leinwand diesen fantastischen Film, während das Orchester einen der berühmtesten Klassiker des Repertoires dazu spielt. Ein ganz besonderes Projekt des gVe!

Orchester des Nationaltheaters Mannheim
Frank Strobel, Leitung

Sergej Prokofjew
Romeo und Julia op. 64.

Stummfilm Moskau 1955
(Regie Lev Arnštam) nach der originalen Ballettproduktion der Moskauer Uraufführung von 1940 (Choreographie Leonid Lavrovskij)

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Frank Strobel
© Thomas Rabsch

Romeo & Julia

Dieses Konzert bietet Ihnen den Genuss  eines Gesamtkunstwerks, denn es verbindet Ballett, Stummfilm und Musik.

Seit einigen Jahren erfreut sich die „Film-in-concert“-Bewegung, also die Vorführung eines Films, wobei die dazu gehörige Musik live von einem Orchester gespielt wird, zunehmender Beliebtheit.

Dem gVe ist es gelungen, mit Frank Strobel den Protagonisten dieser innovativen Konzertform nach Erlangen zu holen.

Bereits als Kind hat Frank Strobel im elterlichen Kino die Faszination „Film“ und „Filmmusik“ in sich aufgesogen. Er wurde Musiker und ist heute die unumstrittene Autorität, wenn es um die Wiederentdeckung und -Aufführung von Filmmusik geht.

Bis 1998 war er Chefdirigent des Filmorchesters Babelsberg, seit 2000 leitet er die Europäische Filmphilharmonie und ist außerdem künstlerischer Berater des Stummfilmprogramms von ZDF und arte. 2003 und 2004 hatte Frank Strobel in Berlin und Moskau großen Erfolg mit dem Konzert zum Film „Alexander Newski“ mit der Musik von Sergei Prokofjew. Auch hier handelte es sich um eine von Strobel bearbeitete Uraufführung. Er rekonstruierte die Original-Partitur und stellte sie neu zusammen. Dafür erhielt er im November 2004 im Bolschoitheater in Moskau die höchste zivile Auszeichnung Russlands.

Sergej Prokofjew, Bolschoi – um diese klingenden Namen rankt sich auch das Konzert des gVe. Frank Strobel hat einen Ballettfilm von 1954/55 entdeckt, in dem das berühmte Bolschoi-Ballett mit seiner unvergleichlichen Primaballerina Galina Ulanova „Romeo und Julia“ zur Originalmusik von Sergej Prokofjew tanzt.

Genießen Sie dieses cineastische Juwel, zu dem Frank Strobel mit dem Orchester des Nationaltheaters  Mannheim die Originalmusik erklingen lässt. Eine langjährige fruchtbare Zusammenarbeit verbindet Frank Strobel mit diesem traditionsreichen Klangkörper, der schon zu Christoph Willibald Glucks Zeiten als „Mannheimer Schule“ prägend wirkte. Hier sind Musiker vereint, die ihm als Dirigent bei der Synchronisierung der optischen und akustischen Ereignisse mit höchster Aufmerksamkeit und Flexibilität folgen.

Unmerkliche Tempowechsel im Film, dramatische Kampfszenen, glutvolle Leidenschaft und tiefste Verzweiflung erfordern ein außergewöhnliches Maß an Konzentration und Reaktionsvermögen von Kapellmeister und Orchester, die damit ein schillerndes Konzerterlebnis von unvergesslicher Intensität möglich machen.

Ob Sie nun mit den Augen hören oder mit den Ohren sehen – das bleibt Ihnen überlassen …

Text: Sidonie von Elsen

Frank Strobel
@ Marco Ehrhardt
Frank Strobel

Frank Strobel wuchs im Umfeld des Kinos seiner Eltern in München auf. Mit sechzehn fiel ihm die originale Filmmusik zu Fritz Langs Meisterwerk Metropolis als Klavierauszug in die Hände, die er neu arrangierte und zum Film spielte – zahlreiche weitere Aufführungen sollten folgen. Die endgültig restaurierte Fassung von METROPOLIS feierte – nach dem Fund einer Originalkopie 2008 in Buenos Aires – ihre Premiere bei der Berlinale 2010 mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) unter der Leitung von Frank Strobel.

Neben seiner filmmusikalischen Tätigkeit hat Frank Strobel internationale Anerkennung für Erst- und Wiederaufführungen von Werken der Komponisten Franz Schreker, Alexander von Zemlinsky und Siegfried Wagner erlangt. Er überschreitet hierbei die Grenzen zwischen den Genres Filmmusik und Symphonik. Nicht zuletzt deshalb fand der große russische Komponist Alfred Schnittke in Strobel einen geistesverwandten Freund und idealen Interpreten seiner Werke: so bearbeitete Strobel unter anderem eine Auswahl seiner Filmmusiken als Konzertsuiten. Die Einspielungen auf CD mit dem RSB wurden 2005 und 2006 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Frank Strobel hat außerdem Sergej Prokofjews Musik zum Film ALEXANDER NEWSKI rekonstruiert, ediert und mit dem RSB im Konzerthaus Berlin 2004 uraufgeführt, dem die Aufführung im Bolshoi Moskau folgte. In der Semperoper Dresden fand 2006 die Wiederaufführung des ROSENKAVALIER-Films mit der Originalmusik von Richard Strauss und der Sächsischen Staatskapelle statt und mit der NDR Radiophilharmonie führte er in der Londoner Royal Albert Hall MATRIX LIVE (Musik: Don Davis) auf. 2014 realisierte Strobel mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France die Uraufführung der neuen Partitur von Philippe Schoeller zum Film J’ACCUSE im Pariser Salle Pleyel. 2016 erfolgte mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester und dem Rundfunkchor Berlin die Realisierung des rekonstruierten Filmwerkes IWAN GROSNY von Sergey Eisenstein mit der erstmalig vollständig aufgeführten Filmmusik in der Originalorchestrierung von Sergey Prokofiev beim Musikfest Berlin, gefolgt von einer Aufführung im Konzerthaus Wien in 2017. 2018 dirigierte Frank Strobel das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin zur rekonstruierten und restaurierten Fassung des Stummfilms J’accuse. Das stellt den ersten Teil einer Abel Gance-Serie im Rahmen des Musikfestes Berlin dar, die beim diesjährigen Festival mit dem gewaltigen Stummfilmepos LA ROUE (mit der Original-Kompilation von 117 Werken französischer Komponisten der Jahre 1880 bis 1920) fortgesetzt wird. LA ROUE wird außerdem mit dem Orchestre National de Lyon beim Festival Lumière seine Wiederaufführung in Frankreich erleben.

Weitere Höhepunkte der Saison 2019/2020 sind drei große Film(musik)konzerte mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, die musikalische Leitung des Eröffnungskonzerts sowie der „Langen Nacht“ im Rahmen des Fokus-Festivals der Alten Oper Frankfurt mit dem hr-Sinfonieorchester, sowie die Erstaufführung des neuen Chaplin-Filmprojektes WITH A SMILE in der Philharmonie Paris mit dem Orchestre de Paris. Den Stummfilmklassiker METROPOLIS führt Frank Strobel im Sommer 2019 mit dem Philharmonia Orchestra beim Festival d’Aix-en-Provence sowie 2020 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich auf. Wiedereinladungen führen Frank Strobel unter anderem zum Grafenegg Festival, zum Luxembourg Philharmonic Orchestra, MDR Sinfonieorchester, zur NDR Radiophilharmonie, zum Philharmonia Orchestra, Radio- Symphonieorchester Wien und zur Staatskapelle Weimar, wo der Stummfilm DAS CABINET DES DR. CALIGARI mir einer neuen Musikkompilation zur Aufführung kommen wird. Debüts führen Frank Strobel in der kommenden Saison zum Belgian National Orchestra und New Japan Philharmonic.

Enge langjährige künstlerische Beziehungen verbinden Frank Strobel mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, hr-Sinfonieorchester, der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem London Symphony Orchestra, MDR Sinfonieorchester Leipzig, Orchestre National de Lyon und dem Tonhalle-Orchester Zürich, außerdem der Kölner und der Pariser Philharmonie sowie dem Wiener Konzerthaus.

Frank Strobel leistet seit Jahren Pionierarbeit im interdisziplinären Bereich von Film und Musik und ist einer der Protagonisten der Film in concert Bewegung. Durch sein Engagement hat der Stummfilm Einzug in führende Opern- und Konzerthäuser gehalten. Er verfügt sowohl über umfassende Kenntnis des Konzertrepertoires der Klassik, Romantik und des 20. Jahrhunderts, als auch über eine reiche Erfahrung als Dirigent, Arrangeur, Bearbeiter, Produzent und Studiomusiker. Strobel ist als Berater für das Stummfilmprogramm von ZDF/arte tätig und gründete im Jahr 2000 zusammen mit Beate Warkentien die Kulturinstitution EUROPÄISCHE FILMPHILHARMONIE, die sich unter seiner künstlerischen Leitung um eine historisch informierte Aufführungspraxis der Filmmusik verdient gemacht hat.

Nationaltheater Orchester Mannheim
© Nationaltheater Orchester Mannheim
Nationaltheater-Orchester Mannheim

Das Nationaltheater-Orchester Mannheim ist der größte, traditionsreichste und künstlerisch führende Klangkörper der Metropolregion Rhein-Neckar mit seinen drei Oberzentren Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen.

Das Nationaltheater-Orchester Mannheim blickt auf eine illustre Orchestergeschichte zurück. Deren Ausgangs- und zugleich ersten Höhepunkt bildet im 18. Jahrhundert die Hofkapelle des Kurfürsten Carl Theodor. Der Mannheimer Hof bildete seinerzeit einen der wichtigsten Anziehungspunkte für Künstler aus vielen Ländern, das Mannheimer Orchester galt als einer der führenden Klangkörper Europas. Berühmtester Bewunderer der Mannheimer Klangkultur war W.A. Mozart, der sich mehrfach in Mannheim aufhielt. Neben künstlerischen Anregungen fand Mozart hier auch sein privates Glück: Seine spätere Ehefrau Constanze Weber lernte er während seiner Mannheimer Aufenthalte kennen.

Zahlreich sind die enthusiastischen Berichte der Aufführungspraxis jener Zeit, für die der Begriff der „Mannheimer Schule“ geprägt wurde. Damit ist nicht nur die weithin gerühmte Orchesterdisziplin und –kultur gemeint, sondern – als eigener musikgeschichtlicher Stil- und Epochenbegriff – auch das Wirken von Komponisten wie Johann und Anton Stamitz, Christian Cannabich, Ignaz Holzbauer und Abbé Vogler.

Dieses große Erbe, zu dem sich ab dem späten 19. Jahrhundert, begründet durch die Kapellmeister-Brüder Franz und Vinzenz Lachner, noch die besondere Bedeutung Mannheims für die Verbreitung und Pflege des Werkes von Richard Wagner gesellt, ist für das NTO bis heute Verpflichtung und Herausforderung zugleich. Letzteres schlägt sich u.a. darin nieder, dass Mitglieder des NTO regelmäßig im Bayreuther Festspielorchester mitwirken.

Schwerpunkt der Orchesteraktivitäten bilden die rund 200 Musiktheater-Aufführungen pro Saison an einem der größten Repertoirehäuser Deutschlands. Hinzu kommen die vom Orchester unter dem Titel „Musikalische Akademie“ in Eigenregie vetranstalteten Sinfoniekonzerte im Rosengarten Mannheim, ein breitgefächertes Angebot an Kinder- und Familienkonzerten sowie Kammermusikveranstaltungen.

An der Spitze des Nationaltheater-Orchesters standen so renommierte Generalmusikdirektoren wie Felix Weingartner, Wilhelm Furtwängler, Horst Stein, Hans Wallat, Adam Fischer und Dan Ettinger. Mit der Spielzeit 2016/2017 hat Alexander Soddy als GMD die künstlerische Leitung des Orchesters übernommen.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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