© Guido Werner
Phaeton Piano Trio

unerHÖRT!, FV

Phaeton Piano Trio

Mittwoch, 13. November 2019, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn, Einlass 19 Uhr
Palais Stutterheim, Innenhof
Marktplatz 1, 91054 Erlangen

Friedemann Eichhorn, Peter Hörr und Florian Uhlig fordern unsere ganze Aufmerksamkeit, wenn sie in Erlangen mit den Traditionen spielen. Surreal, voller Überraschungen und ganz und gar unerHÖRT.

Phaeton Piano Trio
Friedemann Eichhorn, Violine
Peter Hörr, Violoncello
Florian Uhlig, Klavier

Alfred Schnittke
Klaviertrio (1985/1992)

Wolfgang Rihm
„Fremde Szenen“ I–III

Dmitri Schostakowitsch
Klaviertrio Nr. 2 e-moll op. 67

Postmoderne und Neoromantik

Wer heute das Wort Phaeton hört, der denkt wahrscheinlich sofort an die große, prunkende Luxus-Limousine gleichen Namens. Früher verband man das Wort wohl eher mit der gleichnamigen Figur der griechischen Mythologie: Phaëton, der Strahlende, der Sohn des Sonnengottes Helios, der kühne Himmelsstürmer – eine Lichtgestalt. Nach der nennt sich das deutsche Klaviertrio mit der englischen Bezeichnung Phaeton Piano Trio. Mit dem Geiger Friedemann Eichhorn, dem Cellisten Peter Hörr und mit dem Pianisten Florian Uhlig vereint es drei Spitzen-Musiker von internationalem Rang, die als Solisten bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreich auf den großen Podien in Europa, Amerika und Asien konzertieren.

Im Rahmen unserer Konzertreihe „unerhört“ gastiert das Phaeton Piano Trio in Erlangen mit Musik der Neoromantik um 1940 und der anbrechenden Postmoderne der 1980er Jahre. Das souveräne und beherzte Verfügen über den gesamten stilistischen Fundus der Musik aus Geschichte und Gegenwart ist ein Merkmal der damals neuen Richtung. Alfred Schnittke, einer der produktivsten, wichtigsten und erfolgreichsten sowjetischen Komponisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts, nannte diese neue Freiheit „Polystilistik“ und machte sie zum zentralen Prinzip seines Komponierens. So in dem Alban Bergs Andenken gewidmeten Trio, das zugleich alt und neu ist, traditionell und avanciert, tonal und atonal. Dabei ist die Musik durchzogen von Echos, Anklängen und Reminiszenzen – an Schubert, Mahler und Berg, an die Musik der sowjetischen Avantgarde und die US-amerikanische Minimal Music à la Philip Glass.

Auch Wolfgang Rihm zählt zu den Vertretern der Postmoderne, und seine mit „Fremde Szenen“ betitelten Sätze für Triobesetzung reflektieren gewissermaßen im postmodernen Blick zurück die Geschichte der Gattung Klaviertrio wie hinter dem Schleier der Vergangenheit. Die Anklänge reichen dabei bis zu Beethoven, Schumann und Brahms zurück – ein Spiel mit der Tradition, doppelbödig, surreal und voller Überraschungen.

In die Neoromantik der Jahre um 1940 mit ihren erschütternden Bekenntniswerken führt uns Dmitri Schostakowitschs 2. Klaviertrio. Es verkörpert das kammermusikalische Pendant zu seiner in zeitlicher Nachbarschaft entstandenen 8. Sinfonie, genannt „Stalingrader“. Wie die Sinfonie ist das Trio – durchfurcht von Trauer, Angst und Schrecken, Trotz und Wut und doch auch erfüllt von einer schöpferischen Kraft, die visionär über alles Negative triumphiert. Es ist eine extreme, kaum beschreibbare Musik. Sie ist nach wie vor mit einem Wort: unerhört.

Text: Klaus Meyer

Phaeton Piano Trio
© Guido Werner
Phaeton Piano Trio

Das Phaeton Piano Trio vereint mit Friedemann Eichhorn, Peter Hörr und Florian Uhlig drei deutsche Spitzenkünstler von internationalem Rang zu einem der spannendsten Klaviertrios der internationalen Konzertszene. Als Solisten seit mehr als zwanzig Jahren erfolgreich auf den großen Podien in Europa, Übersee und Asien zuhause, konzertierte das Phaeton Piano Trio bereits in wichtigen Musikmetropolen Europas und Südamerikas. Für die Saison 2019/20 sind zahlreiche Konzerte in Deutschland sowie Konzerttourneen in die USA, Kanada und nach Südamerika geplant. Das Phaeton Piano Trio widmet sich dabei vor allem der romantischen Musikrezeption. 2019 erscheint eine CD mit den Klaviertrios von Felix Mendelssohn-Bartholdy bei hänssler classic.

Wie man Beethoven aus heutiger Sicht erleben kann, beweist der Komponist Johannes X. Schachtner in seinem neuen Trio „TrioKonversation“, das im Auftrag des Phaeton Trios entstand und diesem gewidmet ist. Schachtner - als einer der begabtesten und gefragtesten deutschen Komponisten der jungen Generation - reflektiert Beethovens frühe Menuett-Skizze aus Bonner Zeiten (1790-92) und führt sie zu exzessiven und hochspannenden Metamorphosen. Die Uraufführung erfolgt im Rahmen der Bruchsaler Schlosskonzerte am 8.November 2019.

Friedemann Eichhorn

Friedemann Eichhorn konzertierte mit Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Boris Pergamenschikov und vielen anderen Künstlern. Neben einer ausgedehnten Diskografie, die bei dem Label hänssler CLASSIC und Naxos vorliegt, lehrt Friedemann Eichhorn derzeit als Professor für Violine an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar.

Peter Hörr

Peter Hörr ist ebenfalls begehrter Kammermusikpartner, dessen Diskografie bei dem Exklusivlabel Dabringhaus & Grimm vorliegt. Er ist Preisträger des International Cello Competition Scheveningen und ECHO Klassikpreisträger 2010. Er lehrt derzeit als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig.

Florian Uhlig

Florian Uhlig ein vielgefragter Kammermusiker. Für das Label hänssler CLASSIC veröffentlichte er eine Vielzahl mit Auszeichnungen versehenen Aufnahmen. Seit 2014 unterrichtet er als Professor für Klavier an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Im Mai 2015 wurde Florian Uhlig in London die Ehrenmitgliedschaft der Royal Academy of Music verliehen.

 

Konzertsaal

Bürgerpalais Stutterheim, Innenhof

Bürgerpalais Stutterheim Blick von oben in den Innenhof bei einer Veranstaltung
Bürgerpalais Stutterheim Innenhof bei Tag

Dieses Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk – Studio Franken mitgeschnitten und auf BR-Klassik am 21.11.2019 um 20.05 Uhr gesendet.

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