Abonnement II, FV

Novosibirsk Philharmonic Orchestra

(Nikolai Tokarev / Thomas Sanderling)

Montag, 11. November 2019, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn, Einlass 19 Uhr
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Wichtiger Hinweis:

Wir bedauern sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Tokarev das Konzert heute Abend krankheitsbedingt absagen musste. Die Nachricht haben wir heute morgen um 09:27 bekommen.

Seine Agentur hatte sich aber bereits in den frühen Morgenstunden unter Hochdruck um Ersatz bemüht und diesen auch gefunden.

Laetitia Hahn, ein allerorten gefeiertes 16-jähriges Wunderkind, übernimmt dankenswerterweise die Aufgabe.

 

 

„Ich kann alles spielen, was ich will! Da gibt’s kein Limit!“ In der Tat: Nikolai Tokarev ist ein Pianist ohne Grenzen, ein pianistischer Alles-Könner, ein Tasten-Löwe, ein Ausnahmetalent am Klavier!

Novosibirsk Philharmonic Orchestra
Nikolai Tokarev,
Klavier
Thomas Sanderling, Leitung

Michail Iwanowitsch Glinka
Ouvertüre zur Oper „Ruslan und Ludmila“

Edvard Grieg
Klavierkonzert a-Moll op. 16

Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

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Nikolai Tokarev
© Felix Broede

Romantik ohne Limit

„Ich kann alles spielen, was ich will! Da gibt’s kein Limit!“ In der Tat: Nikolai Tokarev ist ein Pianist ohne Grenzen, ein pianistischer Alles-Könner, ein Tasten-Löwe, ein Ausnahmetalent am Klavier – ein Musiker, den man gehört und gesehen, den man erlebt haben muss! In der Galerie der zahlreichen jungen Klaviervirtuosen aus Russland, die permanent Furore machen, hat Nikolai Tokarev die Finger ganz vorne im Spiel. Als erster nahm er die beiden „Super-Konzerte“ des russischen Repertoires auf einer einzigen CD auf: Tschaikowskis b-Moll-Klassiker und das hypervirtuose „Dritte“ von Rachmaninow. Und das Ganze „mit russischer Seele“, wie Nikolai Tokarev vielfach attestiert wurde.

Eine große Musikerfamilie

Aus einer alten russischen Musikerfamilie stammt er auch. Schon die Großeltern waren Musiker. Die Mutter war Cellistin, der Vater Pianist. Geboren wurde Nikolai Alexandrowitsch Tokarev 1983 in Moskau. Durch die Großmutter kam er bereits – man lese und staune – im Alter von zwei Jahren mit den Klaviertasten in Kontakt. 1988 begann er seine akademische Ausbildung am Moskauer Gnessin-Institut, die er 2001 mit Auszeichnung abschloss und dann am Royal Northern College of Music in Manchester und an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf fortsetzte. Flankiert wurde die Studienzeit von ungezählten Erfolgen bei internationalen Wettbewerben, darunter die Eurovision Young Musicians in Bergen, der Kissinger Klavierolymp und der Concours Géza Anda in Zürich. In der Folge startete Nikolai Tokarev eine weltweite Karriere, die ihn mit vielen Spitzen-Orchestern und Star-Dirigenten zusammenführte, wobei er in der Auswahl durchaus wählerisch ist. Eng verbunden ist er mit der Russischen Nationalphilharmonie und
ihrem Chefdirigenten Wladimir Spiwakow.

„Das schönste aller Klavierkonzerte“

Auch beim gVe gastiert Nikolai Tokarev mit einem Orchester aus seiner russischen Heimat – mit dem Philharmonischen Orchester Nowosibirsk, das sich 1956 formierte und sich längst in der Welt einen Ruf ebenbürtig zu dem der berühmten Moskauer und St. Petersburger Klangkörper erspielt hat. Am Pult steht der Chefdirigent und Musikdirektor des Orchesters Thomas Sanderling, der übrigens auch in Nowosibirsk geboren wurde, und zwar 1942 als Sohn des legendären deutschen Dirigenten Kurt Sanderling. Thomas Sanderling studierte in Leningrad und Berlin, war Assistent von Karajan und Bernstein und profilierte sich seit Mitte der 1960er Jahre als Konzert- und Operndirigent in nahezu allen Musikmetropolen der Welt. Auf dem Programm in Erlangen stehen zwei Bestseller der romantischen, sinfonisch-konzertanten Weltliteratur: das a-Moll-Konzert des norwegischen Nationalkomponisten Edvard Grieg, über das kein Geringerer als Sergej Rachmaninow sagte, es sei „das schönste aller Klavierkonzerte“, und Peter Tschaikowskis „Vierte“, die theatralische „Schicksalssinfonie“ des russischen Spätromantikers, die mit bühnenwirksamen Mitteln aus Oper und Ballett ihre schlagkräftigen Wirkungen erzielt … Romantik ohne Limit.

Text: Klaus Meyer

Nikolai Tokarev
© Felix Broede
Nikolai Tokarev

"Dieser Pianist ist in seiner Generation eine Ausnahmeerscheinung."
(Rondo Magazin)

Der russische Pianist Nikolai Tokarev hat sich vom einstigen Wunderkind zu einem weltweit gefeierten Interpreten seiner Generation profiliert. Er entstammt einer bekannten Musikerfamilie und wurde 1983 in Moskau geboren. Mit fünf Jahren trat er in die Moskauer Gnessin-Schule für hochbegabte junge Musiker ein. 2003 setzte Nikolai Tokarev sein Studium am Royal Northern College of Music in Manchester fort und schloss dieses 2004 mit höchster Auszeichnung ab. Weitere Studien bei Barbara Szczepanska in Düsseldorf und in Meisterkursen bei Rudolf Buchbinder in Zürich komplettierten seine Ausbildung.

Im Jahr 2000 gewann Nikolai Tokarev den Grand Prix bei dem 10. Eurovision Grand Prix of Young Musicians in Bergen, Norwegen. 2006 war er Preisträger beim Concours Géza Anda in Zürich, wo er sich mit der Interpretation von Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 in Begleitung des Tonhalle-Orchesters Zürich außerdem den Géza Anda-Publikumspreis erspielte. Im selben Jahr erhielt er bei den Orpheum-Musiktagen mit der Camerata Salzburg in der Tonhalle Zürich den Preis für die beste Interpretation eines Mozart-Klavierkonzertes.

Nikolai Tokarev tritt weltweit in Rezitals und solistisch mit renommierten Ensembles auf. Er konzertierte u.a. mit der Russischen Nationalphilharmonie, dem NHK Symphony Orchestra aus Tokyo, dem Wiener und Zürcher Kammerorchester, dem DSO Berlin, dem Gewandhausorchester, den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern, dem Symphonieorchester des NDR, den Bochumer Symphonikern, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Orchestre Philharmonique de Monte Carlo, dem English Chamber Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra und dem Londoner Philharmonia Orchestra. Namhafte Dirigenten wie Mario Venzago, Jiří Kout, Jiří Bělohlávek, Tugan Sochijew, Julian Kuerti, Maxim Vengerov oder Vladimir Spivakov zählten dabei zu seinen musikalischen Partnern. Er gastiert dazu regelmäßig bei internationalen Festivals wie den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, Rheingau Musik Festival, Davos Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Kissinger Sommer.

Nikolai Tokarev hat seit 2006 einen Exklusivvertrag bei der Sony Music. Dort erschien seine erste Veröffentlichung, ein Recital mit Werken von Schubert, Chopin und Alexander Rosenblatt (2007) und wurde mit etlichen Preisen, darunter dem Echo-Klassik, ausgezeichnet. Weitere Einspielungen bei Sony Classical folgten, darunter die Solo-CDs French Album, Black Swan Fantasy und Homage to Horowitz sowie Konzertaufnahmen mit dem Luzerner Sinfonieorchester (Ltg. Olari Elts) und der Russischen Nationalphilharmonie (Ltg. Vladimir Spivakov).

Novosibirsk  Philharmonic Orchestra
© Novosibirsk Philharmonic Orchestra
Novosibirsk Philharmonic Orchestra

Das Novosibirsk Philharmonic Orchestra hat sich in den vielen Jahren seines Bestehens den weltweiten Ruf als einer der besten Klangkörper Russlands erspielt. Unter der Leitung von Thomas Sanderling steht es an der Seite der großen Orchestern aus Moskau und St. Petersburg.

Gegründet wurde das Orchester 1956 vom legendären russischen Dirigenten Arnold Katz, der diesen Posten bis zu seinem Tod im Jahr 2007 bekleidete. In wenigen Jahren verschaffte er dem Orchester ein eigenständiges Profil und führte es zu einer renommierten Institution des russischen Kulturlebens. Seit dem Jahr 1970 unternahm das Orchester regelmäßig große Auslandstourneen durch ganz Europa, Japan und China.

In den mehr als 5.000 Konzerten, die das Novosibirsk Philharmonic Orchestra seit seiner Gründung gegeben hat, wurde es von namhaften Künstlern wie Valery Gergiev, Krzysztof Penderecki, Kent Nagano, Mariss Jansons, Dmitri Kitajenko, Vladimir Spivakov, Kirill Kondraschin dirigiert und arbeitete u.a. mit Solisten wie Yuri Bashmet, David Oistrakh, Mikhail Pletnev, Jean-Yves Thibaudet, Vadim Repin, Sviatoslav Richter, Mstislav Rostropovich, Grigory Sokolov, Vladimir Spivakov, Maxim Vengerov, Oleg Kagan, Leonid Kogan, Nikolai Lugansky, Denis Matsuev, Yevgeny Nesterenko und Misha Maisky zusammen.

Aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens wurde das Novosibirsk Philharmonic Orchestra im Jahr 2006 für seine künstlerischen Leistungen von der Russischen Akademie der Wissenschaften mit der Lomonossow-Goldmedaille ausgezeichnet. Im gleichen Jubiläumsjahr nahm es unter der Leitung von Arnold Katz am ›1. Festival der Symphonieorchester der Welt‹ in Moskau teil und spielte neben dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Metha, dem Toskanini Philharmonic Orchestra unter Lorin Maazel, der Academy of St. Martin in the Fields und dem Orchestre Philharmonic de Radio France.

Das künstlerische Wirken des Novosibirsk Philharmonic Orchestra ist in vielen TV- und Rundfunksendungen übertragen wurden und auf zahlreichen Einspielungen für Labels wie Sony, Melodiya, Audite und Naxos dokumentiert.

Thomas Sanderling
© Thomas Sanderling
Thomas Sanderling

Thomas Sanderling kann auf eine mehr als 50 Jahre währende Karriere als gefeierter Dirigent zurückblicken, die ihn auf alle großen Podien der Welt führte. Für seine künstlerischen Leistungen, Konzert- und Operndirigate sowie zahlreichen Einspielungen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Unter seiner Leitung kamen etliche Instrumental- und Bühnenwerke von Komponisten und Komponistinnen wie Schostakowitsch, Weinberg oder Gubaidulina zur Uraufführung. Seit dem Jahr 2017 ist er Chefdirigent des Novosibirsk Philharmonic Orchestra.

Thomas Sanderling wurde 1942 als Sohn des im Exil lebenden Dirigenten Kurt Sanderling im russischen Nowosibirsk geboren. Nach Studien in Leningrad setzte er seine Ausbildung in Berlin an der Musikhochschule ›Hanns Eisler‹ fort und debütierte bereits 1962 als Dirigent. Im Alter von 24 Jahren wurde er Musikalischer Leiter des Opernhauses Halle. Bereits zu dieser Zeit gastierte er häufig bei führenden Orchestern und Opernhäusern wie der Dresdner Staatskapelle, dem Leipziger Gewandhaus und der Komischen Oper in Berlin. 1978 mache ihn sein Debüt an der Wiener Staatsoper weltweit bekannt und läutete seine internationale Karriere ein, die ihn an so bedeutende Opernhäuser wie das Teatro La Fenice, das Bolschoi-Theater, das Mariinski-Theater, die Königliche Oper Kopenhagen sowie an die Staatsopern in Berlin, Hamburg und München führte. Im Jahr 2013 kürte die Zeitschrift Opernwelt die von ihm geleitete Produktion von Mieczysław Weinbergs Der Idiot (nach Dostojewski) zur ›Uraufführung des Jahres‹.

In zahlreichen Gastspielen leitete Thomas Sanderling renommierte Orchester in Wien und London (Philharmonia Orchestra, London Symphony, Royal Philharmonic), das Liverpool Royal Philharmonic Orchestra, die Tschechische Philharmonie, die bedeutendsten russischen Orchester, das Konzerthausorchester Berlin, Rundfunk-Sinfonieorchester in Deutschland, England, Italien, den Niederlanden und Polen sowie die Orchester in Dallas, Pittsburgh, Baltimore, Detroit, Vancouver und Montreal. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der St. Petersburger Philharmonie, mit der er regelmäßig konzertiert. Das Osaka Symphony Orchestra verlieh ihm den Titel ›Ehrenmusikdirektor auf Lebenszeit‹. Über die Zusammenarbeit mit Künstlern wie David Oistrach, Emil Gilels, Gidon Kremer, Herbert von Karajan, José van Dam, Leonard Bernstein, Gerald Finley, Gundula Janowitz, Robert Holl, Rudolf Buchbinder, Natalia Gutman, Sergei Leiferkus, Anna Malikova, Paul Tortelier oder Walter Berry hinaus verband ihn eine besondere Bekanntschaft mit Dmitri Schostakowitsch, dessen 13. und 14. Symphonie er in Deutschland zur Erstaufführung brachte. Viele weitere Kompositionen Schostakowitschs gelangten unter der Leitung von Thomas Sanderling zur Uraufführung oder wurden erstmals auf CD eingespielt. Er ist außerdem für sein Engagement um die Musik von Mieczysław Weinberg bekannt. So war er im Jahr 2015 Mitbegründer der ›Internationalen Mieczysław-Weinberg-Gesellschaft‹ und hat Werke wie das Requiem, die 7. Symphonie für Streichorchester und Cembalo, die 21. Symphonie oder die Oper Der Idiot erstmals in Deutschland oder weltweit aufgeführt.

Thomas Sanderling hat zahlreiche Werke auf CD eingespielt und dafür höchste internationale Auszeichnungen erhalten. Für seine Aufnahme von Mahlers 6. Sinfonie mit den St. Petersburger Philharmonikern sowie aller Sinfonien von Albéric Magnard gewann er 1998 den Cannes Classical Award. Die Einspielung von Paul Kletzkis Klavierkonzert mit Joseph Banowetz und dem Russian Philharmonic Orchestra brachte ihm 2010 eine Grammy-Nominierung ein. Weltweite Anerkennung und hervorragende Kritiken (u.a. Editor’s Choice vom renommierten Gramophone magazine) fanden auch seine beiden Aufnahmen von unveröffentlichten Werken Schostakowitschs mit dem Russian Philharmonic Orchestra und Sergei Leiferkus für die Deutsche Grammophon im Jahr 2006, die ihn einmal mehr als exzellenten Interpreten des russischen Komponisten ausweisen. Zuletzt wurde er gemeinsam mit Linus Roth und dem London Symphony Orchestra für ihre Aufnahme von Violinkonzerten Tschaikowskys und Schostakowitschs mit dem ECHO Klassik 2017 gewürdigt.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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