© Edith Held
Amihai Grosz

Abonnement I, FV

Klavierquartette

(Kashimoto / Grosz / Bohorquez / le Sage)

Donnerstag, 23. Januar 2020, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn, Einlass 19 Uhr
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Eigentlich sollte man keinen Künstler in der darauffolgenden Saison erneut verpflichten. Und schon gar nicht sollte man dies spontan nach einem Konzert entscheiden. Haben wir aber getan, so überwältigt waren wir von Amihai Grosz bei seinem Debut in Erlangen 2017. Und so können Sie sich erneut auf diesen phänomenalen Bratschisten freuen.

Daishin Kashimoto, Violine
Amihai Grosz, Viola
Claudio Bohorquez, Violoncello
Éric le Sage, Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierquartett Nr. 2 Es-Dur KV 493

Richard Strauss
Klavierquartett c-Moll op. 13

Antonín Dvořák
Klavierquartett Es-Dur op. 87

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Amihai Grosz
© Felix Rettberg

Grosz-artig!

Eigentlich gibt es für einen Konzertveranstalter ungeschriebene Gesetze. Man sollte keinen Künstler in der darauffolgenden Saison schon wieder verpflichten und man sollte schon gar nicht solche Verpflichtungen spontan festmachen. Schließlich ist eine Saisonplanung komplexes Teufelszeug!

Gegen alle diese Gesetze habe ich verstoßen, als wir dieses Konzert vereinbart haben.

Vielleicht erinnern Sie sich? Wir hatten Anfang Dezember 2017 beim gVe ein Streichquintett-Konzert mit Baiba Skride und Kollegen. Mit von der Partie war ein Bratschist, dessen Namen viele und auch ich noch nicht kannten: Amihai Grosz.

Aber was war das für ein Auftritt! Der junge Grosz, damals schon Solobratschist der Berliner Philharmoniker, spielte in dieser hochkarätigen Besetzung ganz groß auf. Seine ungeheure Technik, der musikalische Einfallsreichtum, seine instinktsichere Intuition, die interpretatorische Intelligenz, der fast schon naturhafte Umgang mit dem Instrument, sein Klang! All das erinnerte mich an die frühen Jahre von Frank Peter Zimmermann, als dieser seine Weltkarriere 15-jährig begann. Auch bei Grosz hat man den Eindruck, das Instrument sei mit ihm verwachsen, so natürlich wirkt das alles, so unbegrenzt scheinen seine Möglichkeiten. An diesem Abend hat er jedenfalls alle Sterne vom Himmel geholt. Es war das bei weitem beste Bratschenspiel, das ich in den letzten Jahrzehnten gehört habe. Mit einem Wort: Es war GROSZ-ARTIG!

Gleich am nächsten Morgen habe ich mich ans Telefon gehängt und seine Agentur angerufen. Wir wollten ihn sofort wieder haben. Und eine Woche später stand das Programm, das Sie heuer erleben können. Mit dem fantastischen Daishin Kashimoto, 1.Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, dem bekannten Cellisten Claudio Bohórquez und dem Pianisten Eric le Sage hat Grosz dabei prominente Mitstreiter an seiner Seite.

Und natürlich kann auch das Programm kaum schöner sein: Klavierquartette von Mozart, Strauss und Dvorak.

Hören Sie sich das unbedingt an!

Text: Stephan Gerlinghaus (GF)

Amihai Grosz
© Edith Held
Amihai Grosz

Amihai Grosz blickt auf einen sehr ungewöhnlichen Karriereweg: Quartettmusiker zu Beginn (Gründungsmitglied des Jerusalem Quartet), dann und bis heute erster Solo-Bratschist der Berliner Philharmoniker und zudem ein geschätzter Solist. Zunächst erlernte Amihai Grosz die Violine, bevor er mit 11 Jahren zur Viola wechselte. In Jerusalem erhielt er Unterricht bei David Chen, später bei Tabea Zimmermann in Frankfurt und Berlin sowie in Tel Aviv bei Haim Taub, der ihn in hohem Maße prägte. Schon früh erhielt er verschiedene Stipendien und Preise und war Mitglied der “Young Musicians Group” des Jerusalem Music Centers, einem Programm für besonders talentierte junge Musiker.
Amihai Grosz arbeitet als Solist und Kammermusiker mit Künstlern wie Yefim Bronfman, Mitsuko Uchida, Daniel Barenboim, Janine Jansen, Julian Rachlin, Gustavo Gimeno, Tugan Sokhiev und David Geringas zusammen. Er tritt international in Konzerthäusern wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Tonhalle Zürich, der Wigmore Hall in London oder der Philharmonie Luxembourg sowie im Rahmen führender Festivals auf, darunter beim Jerusalem Chamber Music Festival, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, bei den Festivals von Evian, Verbier und Delft, bei den BBC Proms, beim Internationalen Kammermusikfestival Utrecht und beim West Cork Kammermusikfestival.

„Selbstbewusst und leidenschaftlich ist sein Ton, eloquent wird er zum Erzähler ohne Worte, durchmisst souverän die melancholisch-träumerischen Weiten der Partitur.” (Frederik Hanssen, Der Tagesspiegel, Oktober 2017)

Amihai Grosz spielt eine Gaspar-da-Salò-Bratsche von 1570, die ihm von einer privaten Sammlung auf Lebenszeit als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde.

Daishin Kashimoto
© Daisuke Akita
Daishin Kashimoto

Der 1979 geborene Geiger Daishin Kashimoto erhielt seinen ersten Geigenunterricht im Alter von drei Jahren und wurde 1986 als jüngster Schüler aller Zeiten an der Juilliard School in New York aufgenommen. 1990 kam er zunächst als Vorstudent, später als Vollstudent an die Musikhochschule Lübeck. Von 1999 bis 2004 war er an der Musikhochschule Freiburg Schüler von Rainer Kussmaul.

Daishin Kashimoto war erster Preisträger u. a. des Internationalen Fritz Kreisler-Wettbewerbs Wien und des Menuhin International Junior Violin Competition London. Seit 2009 ist er Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker.

Daishin Kashimoto, der in Japan, Deutschland und den USA aufgewachsen ist, hat solistisch bereits mit vielen internationalen Orchestern zusammengearbeitet, zum Beispiel dem Boston Symphony Orchestra, dem Orchestre National de France, dem Tokyo Philharmonic Orchestra und dem NHK Symphony Orchestra, den Symphonieorchestern des Bayerischen und des Hessischen Rundfunks, dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin, der Staatskapelle Dresden und den St. Petersburger Philharmonikern. Dabei konzertierte er unter Dirigenten wie Mariss Jansons, Semyon Bychkov, Seiji Ozawa, Lorin Maazel, Yehudi Menuhin, Vladimir Fedosseyev und Michel Plasson.

Als Kammermusiker trat Daishin Kashimoto u. a. an der Seite von Yuri Bashmet, Itamar Golan, Tabea Zimmermann, Yefim Bronfman, Shlomo Mintz, Misha Maisky und Konstantin Lifschitz auf, mit dem er 2014 eine vielgelobte Einspielung der Beethoven-Violinsonaten vorgelegt hat.

Wenn ihm seine musikalischen Tätigkeiten Zeit lassen, kocht der Geiger gerne. Außerdem ist er ein großer Sportfan, insbesondere Baseball gehört zu seinen Lieblingssportarten.

Claudio Bohorquez
© Gina Gorny
Claudio Bohórquez

Der in Deutschland geborene Cellist peruanisch-uruguayischer Abstammung zählt zu den gefragtesten Musikern seines Fachs. Als Schüler von Boris Pergamenschikow war Claudio Bohórquez schon früh bei internationalen Wettbewerben wie dem Tschaikowsky-Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris erfolgreich. Beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf errang er zudem 1995 sehr jung den 1. Preis, der den Beginn seiner Karriere als Solist markierte. Dies gipfelte im Jahr 2000 mit einer Auszeichnung des erstmals ausgetragenen Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb der Kronberg Academy: Neben dem Grand Prix und dem Sonderpreis für die beste Kammermusikinterpretation erhielt Claudio Bohórquez aus der Hand von Marta Casals Istomin das Goffriller-Cello von Pablo Casals als zweijährige Leihgabe. Inzwischen unterrichtet Claudio Bohórquez selbst: von 2011 bis 2016 war er Professor an der Musikhochschule Stuttgart, im September 2016 wurde er an die Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin berufen, an der er seit 2003 immer wieder als Gastprofessor unterrichtete.

Claudio Bohórquez trat unter anderen mit fast allen deutschen Rundfunkorchestern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern, dem Collegium Musicum Basel, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Tonhalle-Orchester Zürich und der Academy of St. Martin in the Fields auf. In Japan konzertiert er mit dem NHK Symphony Orchestra und dem Tokyo Philharmonic Orchestra. In den USA gab Claudio Bohórquez zuletzt Konzerte mit Boston Symphony, Chicago Symphony, Cleveland Orchestra, Detroit Symphony, Los Angeles Philharmonic, National Symphony und dem Philadelphia Orchestra.

Zu den namhaften Dirigenten, mit denen Claudio Bohórquez bisher arbeitete, zählen Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Manfred Honeck, Sir Neville Marriner, Eiji Oue, Krzysztof Penderecki, Leonard Slatkin, Tugan Sokhiev, Lothar Zagrosek und David Zinman.

Claudio Bohórquez ist bei zahlreichen Festivals zu Gast, darunter das Festival Casals in Puerto Rico, City of London Festival, Penderecki-Festival in Warschau oder Jerusalem International Chamber Music Festival. In den USA war er u. a. beim Tanglewood, Ravinia und Aspen Festival sowie beim Hollywood Bowl zu erleben. Er nahm am Kammermusikfest Lockenhaus in Österreich und an Gidon Kremers Festival "Les Musiques" in Basel teil. Dass er ein Meister der Kammermusik ist, konnte Claudio Bohórquez auch an anderer Stellen beweisen: Mit Jörg Widmann gab er in Madrid und Bilbao Konzerte, musizierte gemeinsam mit Viviane Hagner und Jonathan Gilad im Rahmen des Beethoven-Marathons am Konzerthaus Berlin Beethovens Klaviertrios und war im Streichtrio mit Daishin Kashimoto und Amihai Grosz zu erleben.

Neben zahlreichen CD-Einspielungen, Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritten wirkte Claudio Bohórquez als Interpret für den Soundtrack von Paul Englishby zum Film "Ten Minutes Older – The Cello" mit, der weltweit in den Kinos zu sehen war. Gemeinsam mit dem Maler Klaus-Peter Kirchner entwickelte Claudio Bohórquez das Installations-Projekt "Raum für Pablo Casals" als Hommage an diesen großen Cellisten. Mit Daniel Hope entstand für Deutsche Grammophon die ECHO-prämierte CD „Four Seasons“ (2017). Im Juli 2018 erschien bei BerlinClassics eine neue CD mit den Sonaten von Johannes Brahms (gemeinsam mit Péter Nagy).

Seit der Saison 2017/18 ist Claudio Bohórquez künstlerischer Leiter der Schlosskonzerte und Konzerttage Winnenden.

Claudio Bohórquez spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri, das ihm von der Landeskreditbank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.

© Vincent-Sannier
Éric Le Sage

Éric Le Sage stammt aus Aix en Provence und gilt als einer der führenden Pianisten seiner Generation. Schon im Alter von zwanzig Jahren beschrieb ihn die „Financial Times“ als „extrem verfeinerten Schüler in der französischen Klaviertradition nach Schumann“.  1985 gewann Le Sage die Cidade do Porto International Piano Competition und 1989 den Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb Zwickau. Im gleichen Jahr ging er als Sieger aus der Leeds International Pianoforte Competition hervor und trat unter dem Dirigat von Sir Simon Rattle auf.

Im Jahr 2010 schloss Éric Le Sage höchst erfolgreich sein langjähriges Herzensprojekt ab: die Gesamtaufnahme des Klavierwerks von Robert Schumann. Die Aufnahme erschien beim französischen Label Alpha und wurde mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. In der Folge trat Le Sage in Soloabenden und Kammerkonzerten bei vielen internationalen Festivals auf,  so u.a. beim  Schumannfest in Düsseldorf,  beim St Magnus International Festival in Orkney, dem Warschauer Beethovenfestival, der Schubertiade Schwarzenberg und den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Er konzertiert weltweit in renommierten Konzertsälen wie dem Théâtre du Châtelet, der Salle Pleyel  und dem Théâtre des Champs-Elysées in Paris,  der Alten Oper Frankfurt, der Philharmonie Köln, dem Concertgebouw Amsterdam wie auch in der Wigmore Hall London , der Suntory Hall Tokyo und der Carnegie Hall New York.

Als Solist spielte er u.a. mit dem Los Angeles Philharmonic, dem Philadelphia Orchestra,  dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg,  dem Royal Scottish National Orchestra, dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, dem NHK-Sinfonieorchester und dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter Dirigenten wie Edo de Waart,  Louis Langrée, Michel Plasson und Sir Simon Rattle.

Éric Le Sages Einspielungen für RCA-BMG, Naïve, EMI und Alpha wurden u.a. mit dem Diapason d’Or de l’Année, dem Choc du Monde de la Musique, dem Grand Prix du Disque und mit der Auszeichnung „Klassik-CD des Monats“ der Zeitschriften Fono Forum (Deutschland) und Gramophone (UK) geehrt.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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