© Gregory Batardon
Gautier Capuçon

Abo I, FV

Janáček Philharmonie Ostrava

(Gautier Capuçon/Petr Popelka)

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

ZAC-Rabatt bei den Vorverkaufsstellen der Nürnberger Nachrichten erhältlich.

Gautier Capuçon liebt ausgefallene Aufführungsorte und den ausdrucksvollen Tanz auf seinem wertvollen Goffriller-Cello aus dem Jahre 1701. Der schöne Franzose aus den Savoyen wird schon mal mit dem jungen Alain Delon verglichen: Faszinierend, lasziv, ein wenig distanziert zelebriert Gautier Capuçon sein Künstlertum mit kühler Eleganz genauso wie sein makelloses, betörend schönes Spiel auf dem Cello.

Janáček Philharmonie Ostrava
Gautier Capuçon, Violoncello
Petr Popelka, Leitung

Michail Glinka
Ruslan und Ludmilla, Ouvertüre

Edward Elgar
Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

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© Julien Mignot/Erato Warner Classics

Spitzenballett auf dem Cello:

Schon der Name des international berühmten Cellisten könnte als Pate für ein großes, klassisches Parfum stehen. In Erlangen wird Gautier Capuçon eine einzigartige Klangduftwolke mit Edward Elgars berühmtem Cellokonzert hinterlassen. Der 39-jährige Cellist aus Chambéry ist immer stylish gekleidet, perfekt frisiert und pflegt dieses Image durchaus bewusst, lässt die Presse nicht zu nah an sich heran, verrät wenig Privates. Das ist sein gutes Recht, um dafür mehr den Künstler zu inszenieren, den öffentlichen Blick und vor allem das Gehör auf seinen Beruf als international gefragten Cellisten zu lenken. 

Alle großen Cellokonzerte, viel Kammermusik, aber auch zeitgenössische Kompositionen von Henri Dutilleux, Krzysztof Penderecki, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann hat Capuçon im Repertoire. Dazu gibt es noch die andere musikalische Duftnote, die Herznote Capuçons, wenn er neben dem üblichen Klassikrepertoire musikalische Kostbarkeiten einer scheinbar kleineren Welt für sich entdeckt: Es ist der populäre Kosmos der vielfältigen Piècen aus allen Ecken und Enden der Musik. Und das nicht nur auf dem Podium, sondern gern mal als Fotostrecke oder Video an verschiedenen inspirierenden Orten. So inszeniert sich Capuçon und die Musik etwa in Paris auf dem Eiffelturm, in Parks, Cafés, an der Seine. Paris ist die Stadt, der er – trotz seiner internationalen Karriere – atmosphärisch am engsten verbunden ist. Das dort entstandene Album „Emotions“ präsentiert beliebte musikalische Pralinées von Schuberts „Ave Maria“, Debussys „Clair de Lune“ bis hin zu Titeln von Max Richter, Astor Piazzolla, Ludovico Einaudi, Michael Nyman oder Leonard Cohens „Hallelujah“. Damit erfüllt er sich und gewiss auch dem Publikum einen tiefen Wunsch, „meine musikalischen Entdeckungsreisen durch Stücke zu erweitern, die wir alle sehr schätzen“, sagt Capuçon.

Vermutlich ist Capuçons abenteuerlicher (die Franzosen würden dies „extraordinaire“ nennen) Helikopterausflug in die französischen Alpen bei winterlicher Kälte seiner Liebe für die Verbindung von Musik mit Ballett geschuldet. Eine Tänzerin tanzt auf der Bühne der alpinen Höhen ihre Rolle als Saint-Saens‘ Schwan, Capuçon, elegant wie immer, spielt dazu inmitten der imposanten, schneebedeckten Bergkulisse vor eisblauem Himmel. Diese ganze aufwändige Inszenierung ist Capuçons Traum von Schönheit, von Fantasie zu verdanken. Der Autor Oscar Wilde hätte seine helle Freude daran gehabt, denn er sagte: „Das Geheimnis des Lebens und der Kunst liegt im Suchen nach Schönheit.“

Mit dem sympathischen, jungen und aufstrebenden tschechischen Dirigenten Petr Popelka und der hochqualifizierten Janáček Philharmonie Ostrava gesellt sich ein quicklebendiger Antipode zu Gautier Capuçon. Das wird klanglich und programmatisch spannend und intensiv, wenn das tschechische Orchester mit Antonín Dvořáks klangsinnlicher 8. Sinfonie und Michail Glinkas Vorspiel zu „Ruslan und Ludmilla“ musikantische Wärme auf höchstem Niveau in die Lades-Halle bringen wird!

Gautier Capuçon
© Ann Street Studio
Gautier Capuçon

Gautier Capuçon hat sich längst als einer der führenden Cellisten seiner Generation etabliert und sorgt kontinuierlich mit seinen Aufnahmen und Konzerten für Aufsehen. Regelmäßig spielt er mit den großen Orchestern und Dirigenten und gibt im Auftrag der Louis-Vuitton-Stiftung Meisterkurse für exzellente Nachwuchs-Cellisten. Weltweite Anerkennung erhält er für seine musikalische Ausdrucksfähigkeit und große Virtuosität. Gautier Capuçon spielt auf einem Instrument von Matteo Goffriller aus dem Jahre 1701.

1981 in Chambéry geboren, begann Capuçon im Alter von fünf Jahren mit dem Cellospiel. Er studierte am Conservatoire National Supérieur in Paris bei Philippe Muller und Annie Cochet-Zakine und anschließend in der Meisterklasse von Heinrich Schiff in Wien. Als Gewinner zahlreicher erster Preise bei internationalen Wettbewerben, darunter der Internationale André Navarra Preis, wurde Capuçon 2001 bei den Victoires de la Musique als Nachwuchskünstler des Jahres ausgezeichnet und erhielt 2004 einen Borletti-Buitoni Trust Award.

Als leidenschaftlicher Kammermusiker tritt Gautier Capuçon seitdem regelmäßig bei großen Festivals in ganz Europa auf und konzertiert regelmäßig mit den führenden Orchestern der Welt unter Dirigenten wie Charles Dutoit, Semyon Bychkov, Valery Gergiev, Herbert Blomstedt, Gustavo Dudamel, Lionel Bringuier, Andris Nelsons, Christoph Eschenbach, Andrés Orozco-Estrada und Yannick Nézet-Séguin. Zudem arbeitet er regelmäßig mit zeitgenössischen Komponisten zusammen, u.a. Lera Auerbach, Karol Beffa, Esteban Benzecry, Nicola Campogrande, Qigang Chen, Jerome Ducros, Henry Dutilleux, Thierry Escaich, Philippe Manoury, Bruno Mantovani, Krzysztof Penderecki, Wolfgang Rihm und Jörg Widmann.

Gautier Capuçon ist Exklusivkünstler von Warner Classics/Erato und hat mehrere Preise erhalten. In der Saison 2016/2017 veröffentlichte er gemeinsam mit Frank Braley ein Album mit Beethoven-Sonaten, welches großen Beifall von Kritikern erhielt. Weitere Veröffentlichungen umfassen die beiden Cellokonzerte von Schostakowitsch mit Valery Gergiev und dem Mariinsky Orchester sowie das Streichquintett von Schubert mit dem Quatuor Ebène. Zuvor wurde seine CD mit Werken von Schubert, Schumann, Debussy Britten und Carter mit Frank Braley von der Fachpresse gelobt. Zudem spielte er weitere CDs mit Kammermusik ein, darunter Klaviertrios von Mendelssohn und Haydn mit Martha Argerich und Renaud Capuçon, Klaviertrios von Brahms und Ravel mit Renaud Capuçon, Frank Braley, Nicholas Angelich und anderen.

Petr Popelka
© Dita Pepe
Petr Popelka

Der Tscheche Petr Popelka ist seit der Saison 2020/2021 Chefdirigent des Norwegischen Rundfunkorchesters Oslo (KORK). Das Orchester trug ihm die Position nach einer gemeinsamen Tournee im September 2019 an. Außerdem wird er als Erster Gastdirigent regelmäßig am Pult der Janáček Philharmonie Ostrava stehen.

In der Saison 2020/2021 debütierte Petr Popelka außerdem bei namhaften Klangkörpern wie dem Bergen Philharmonic Orchestra, dem Aalborg Symphony Orchestra, den Stuttgarter Philharmonikern und der Deutschen Radio Philharmonie. Als Präludium zum Leipziger Mahler Festival wird er mit Mitgliedern des Gewandhausorchesters eine Kammerensemblefassung von Mahlers Lied von der Erde aufführen. Operndirigate führen ihn an die Ungarische Staatsoper Budapest (Carmen) sowie an die Semperoper Dresden, wo er die Wiederaufnahme von Peter Eötvös‘ Der goldene Drache und die Neuproduktion von Aribert Reimanns Gespenstersonate leiten wird.

In der Saison 2019/2020 war Petr Popelka der erste Conductor Fellow des NDR Elbphilharmonie Orchesters. 2017 gewann er den Neeme-Järvi-Preis der Gstaad Menuhin Festival Academy. Wichtige dirigentische Impulse erhielt er von Vladimir Kiradjiev und Alan Gilbert sowie bei Meisterkursen von Peter Eötvös, Jaap van Zweden und Johannes Schlaefli.
Petr Popelka erhielt seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt Prag sowie in Freiburg im Breisgau. 2010 bis 2019 war er stellvertretender Solo-Kontrabassist der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Mit Mitgliedern der Staatskapelle gestaltete er unter dem Label kapelle 21 Porträtkonzerte zu Arvo Pärt, Peter Eötvös und Aribert Reimann in der Dresdner Schlosskapelle sowie im Festspielhaus Hellerau und leitete Konzerte bei den Internationalen Schostakowitsch-Tagen Gohrisch.

Petr Popelka ist auch als Komponist tätig und war 2015 „Composer in Residence“ beim PODIUM festival Mödling, wo er die Uraufführung seines Auftragswerks Labyrinth des Herzens leitete. Seine Szenen für Klavierquartett wurden im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins uraufgeführt. Eigene Arrangements werden in seinen Konzerten mit dem Norwegischen Rundfunkorchester und der Deutschen Radio Philharmonie erklingen.

Janáček Philharmonie Ostrava
© Dita Pepe
Janáček Philharmonie Ostrava

Die Janáček Philharmonie Ostrava ist einer der weltweit führenden tschechischen Klangkörper; für ihr böhmisches Klangideal wird sie von Publikum und Presse gefeiert. Neben den Werken von Leoš Janáček pflegt das Orchester ein breites Repertoire von der Spätromantik bis zur zeitgenössischen Musik. Seit der Saison 2020/2021 sind Vassily Sinaisky Chefdirigent und Petr Popelka Erster Gastdirigent des Orchesters.

Die musikalische Tradition der Janáček Philharmonie Ostrava reicht bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, als Paul Hindemith, Sergej Prokofjew und Igor Strawinski mit dem Vorgängerorchester auftraten. Offiziell 1954 gegründet, entwickelte es sich bald zu einem der aufstrebenden tschechischen Sinfonieorchester, was bereits fünf Jahre nach seiner Gründung zu einer ersten internationalen Tournee führte. Viele weltbekannte Dirigenten und Solisten haben seither mit dem Orchester zusammengearbeitet, darunter Sir Charles Mackerras, Karel Ančerl, Mariss Jansons, Svjatoslav Richter und Rudolf Firkušný, sowie in jüngerer Zeit Anna Netrebko, Jonas Kaufmann, Piotr Beczała, Rolando Villazon, Lisa Batiashvili, Jakub Hrůša, Michail Jurowski und Antoni Wit.

In den letzten fünf Jahren unternahm das Orchester Tourneen innerhalb Europas sowie in China und Südkorea. Zu den prominentesten Veranstaltungsorten gehören der Wiener Musikverein, die Elbphilharmonie Hamburg, die Berliner Philharmonie, der Münchner Gasteig und das NOSPR Katowice.

Ein neuer Konzertsaal in Ostrava, entworfen von dem renommierten Architekten Steven Holl, befindet sich derzeit in der Planungsphase, der Baubeginn ist für 2022 geplant. Das von Nagata Acoustics projektierte Gebäude wird mit seiner optimalen Akustik eine neue Ära in der Geschichte des Orchesters eröffnen, das damit nach über 65 Jahren endlich einen eigenen Saal erhalten wird.

Konzertsaal

Heinrich-Lades-Halle

Heinrich-Lades-Halle Erlangen, Innen
© Detlef Overmann | EKM GmbH
Großer Saal, Heinrich-Lades-Halle
© Detlef Overmann | EKM GmbH

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