Für kleine und große Leute: Über Töne und „Tierigenten“ - Geschenk- und Leselektüre zu Weihnachten

 

Autorin: Sabine Kreimendahl


„Der kleine Ton“ von Bela Brauckmann und Loretta Stern mit Zeichnungen von Ulf K., erschienen bei Migo im Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2020, EUR 15.

 

 

 

Der Ton macht die Musik. Das weiß jeder Mensch und MusikerInnen wissen es noch besser: Genau darum geht es in dem in dem neu erschienenen, liebevoll gestalteten Buch „Der kleine Ton“, das in seiner nostalgisch-plakativen Bebilderung in ausschließlich rot-weiß-grau-schwarz gehaltenen Farben anrührend an die 1960er Jahre der Kinderbuchzeit erinnert. Es geht um einen „kleinen Ton“, dem es langweilig ist, weil das Mädchen Antonia, eine Klavierschülerin, lustlos oder garnicht übt, so dass der kleine Ton nie zum Klingen kommt. Also begibt er sich auf die Reise in die Welt der Klänge, der Musik. Mit der nahezu immer müden Pause Penny erlebt der pfiffige kleine Ton, als rote lachende Note mit Gesicht gestaltet, die weite Welt der Zufallsmusik, des Hip-Hop, der Tonleiter, des Pop, er lernt die Sängerin Malou und ihre Gitarre kennen, sorgt beim Klavierabend der Klavierlehrerin Marla Haltermanger für musikalische Überraschung, erlebt coolen Jazz und erlebt ganz zum Schluss des 72 Seiten umfassenden Büchleins eine schöne Überraschung.

Das nette gebundene Buch macht 6-10-Jährigen Laune zum Mitfliegen, zum Entdecken der Welt der Klänge und es eignet sich bestens zum Vorlesen. Die vielen witzigen Illustrationen sind charakteristisch im Erfassen der Klangwelt, was aussagekräftig und amüsant ist. Im inneren Einband findet sich für die jungen Klavierspieler ein kleines, einfaches Klavierstück „Antonias Etüde vom kleinen Ton“. Also dann gilt es nur noch zu üben… das Buch macht Lust dazu!

Für diejenigen, die lieber zuhören als lesen, wurde eine inszenierte Lesung (ungekürzte Fassung) erstellt als Audio-CD (15 €) mit verschiedenen Stimmen, Hintergrundgeräuschen und mit Auszügen der eigens für diese Geschichte komponierten Songs und Musikstücke, gespielt und eingesungen von bekannten Interpreten wie Johannes Oerding, Fee, Denyo, Rolf Kühn und Deutsche Filmorchester Babelsberg.

Und dann gibt es noch eine passende reine 30-minütige Musik-CD (15 €) mit eigens von den Urhebern komponierter Musik, die 10 verschiedene Musikstile repräsentiert, von Songwriter-Songs über Hip Hop bis hin zu symphonischer Musik. Jeder Musiktrack ist eingespielt, gesungen von bekannten Interpreten wie Johannes Oerding, Fee, Denyo, Rolf Kühn und Deutsches Filmorchester Babelsberg.

 

 

„Der Tierigent“ von Cornelia Boese und Illustrationen von Manuela Olten, erschienen bei Gerstenberg, Hildesheim 2019, EUR 14,00.

„Der Tierigent“ ist ein Buch zum Liebhaben. Es gehört zu den Bilderbüchern, in das wohl schon die ganz Kleinen (ab 2 Jahren) gern reinschauen und Details entdecken, die sie aus ihrem jungen Leben bereits kennen. Und es zählt– pädagogisch wertvoll – zu den Büchern, die schon diese jüngste Hörerschaft auf Musik neugierig machen durch die kleine Geschichte, die sich mit farbenfrohen, witzigen Bildern und allerliebsten Reimen präsentiert: Im Stadtpark gibt das Tierorchester ein Konzert. Alle Tiere packen ihre Instrumente aus und stimmen sich ein. Nur der kleine Spatz, der so gerne mitmachen möchte, findet seinen Platz zunächst nicht. Er versucht einige Instrumente, das Singen, alles will nicht glücken, immer wieder machen ihn die Musiker klein. Das Konzert der Tiere ohne Dirigent wird ein großes Durcheinander:

„Zuerst erschallt ein Paukenknall,
dann musiziert es überall.
Doch was so kunstvoll klang beim Üben,
tönt im Konzert wie Kraut und Rüben:
Man hört Gefiedel und Geträller,
die Tiere spielen immer schneller,
sie kratzen, quietschen, tuten, dröhnen,
versuchen sich zu übertönen.
Die Katze kreischt, der Esel plärrt.
Es ist ein schauriges Konzert.“

Hier nun findet der kleine Spatz als rettender musikalischer Leiter seinen Platz als der „größte Tierigent“.
Als gute Ergänzung finden sich auf den beiden letzten Buchseiten, Einzelabbildungen der Orchesterinstrumente, die in diesem tierischen Orchester auftauchen.

 

 

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