Auftakt zum Beethovenjahr 2020 mit Konrad Beikircher im „fifty“

Autorin: Sabine Kreimendahl

 

Immer wieder interessant sind die Jubiläumsgedenkjahre von Komponisten. 2020 wird einer der ganz Großen gedacht: Die Musikwelt, ach was, die ganze Welt feiert Ludwig van Beethoven. Seine „Freuden-Hymne“, die „Elise“, und das prägnante „Ta-ta-ta--taa“ der V. Symphonie sind nur wenige seiner berühmten „Hits“.

Der gVe feiert den 250. Geburtstag mit gleich mehreren, drei reinen Beethoven-Konzerten:

Das Zürcher Kammerorchester (Abonnement II) trifft sich mit einem exquisiten Trio, bestehend aus Daniel Hope (Violine), Lynn Harrell (Violoncello) und Maxim Lando (Klavier). Es erklingen das selten aufgeführte „Tripelkonzert“, das populäre „Gassenhauer-Trio“ und Beethovens erste Symphonie.

Im Abonnement I sind am 5.2.2020 das Sinfonieorchester Basel mit dem 5. Klavierkonzert (Solist ist der renommierte russische Pianist Alexander Melnikow) und Beethovens Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ zu hören. Mit zwischengeschalteten Texten des preisdekorierten Schriftstellers Alain Claude Sulzer soll den Zuschauern der Mythos, das Stück und seine Entstehungsgeschichte und Bedeutung nähergebracht werden. Kein Geringerer als der bekannte österreichische Burgtheater-Schauspieler und „Toni Erdmann“-Protagonist Peter Maria Simonischek wird diese Neufassung vortragen.

Die weltberühmte Pianistin Dame Mitsuko Uchida spielt Beethovens Diabelli-Variationen am 4.3.2020. Uchida bringt dazu ihren eigenen Flügel und ihren Klavierstimmer, den Chefintonator von „Steinway“ aus Hamburg, mit.

„Beethovens Putzfrau“ fegt mit dem Lobkowitz-Ensemble im Familienkonzert am 15. März den Kleinen Saal der Ladeshalle.

Eine gewiss rauschhafte Interpretation der „Tanzsymphonie“, Beethovens VII. Symphonie, werden das BBC Philharmonic am 24.5. unter Omer Meir Wellber vorführen.

Andere Seiten von Beethoven deckt der in Bad Godesberg lebende Kabarettist, Autor und Musiker  Konrad Beikircher auf. Beikircher begeisterte in Erlangen schon vor knapp zwei Jahren mit seinem Luther-Programm „500 Jahre falscher Glaube“. Der witzige, gebildete und sprachlich herrlich amüsante 74-jährige Wahl-Rheinländer hat nun – passend zum Beethoven-Jubiläums-Jahr – seine lebenslänglichen Erfahrungen mit Beethoven in einem Programm zusammengefasst mit dem rhythmisch die Fünfte persiflierenden markanten Motiv „ta-ta-ta-taa“ ins Rheinländische „Beethoven, dat dat dat darf!“.

 

© Beikircher

Konrad Beikircher stellt sein Beethoven-Programm folgendermaßen vor:

 

„Mit drei Jahren habe ich die erste Schellackplatte auf den Küchenboden fallen lassen: Beethoven’s Klaviersonate „Pathétique“, gespielt von Wilhelm Kempff. Alle fielen ins Koma, ich hab’s überlebt. Mein Leben lang hat er mich seitdem begleitet, Ludwig der Große. Jetzt ist es an der Zeit, zu erzählen, was dabei herausgekommen ist. Dass er die Fünfte, die Neunte, den Fidelio oder die Wut über den verlorenen Groschen geschrieben hat, weiß jeder. Dazu brauchen Sie nicht zu mir zu kommen, das steht alles in den Programmheften der Konzertsäle. Privat war er allerdings alles andere als der Fackelträger abendländischer Moral: der Schwerenöter war hinter Frauen her, aber hallo! Meistens aber erfolglos und wenn die Sehnsucht allzu groß wurde, hat er sie sich gemietet, er jonglierte mit dem Geld, dass es jeden Hütchenspieler begeistert hätte, er schrieb immer wieder Rheinlieder und versteckte sie in berühmten Kompositionen, weil der Rhein in Wien kein Schwein interessierte, er war verlobt mit einer Bonnerin, die ebenfalls in Wien lebte, er war ein Helikopteronkel wie er im Buch steht, er hat Fürsten erpresst und der Trinker Beethoven war ein launiger Griesgram, der allein mit seinem Lachen Geld hätte verdienen können, so laut und ansteckend war es.
Er war ‚harthörig’ und später taub, was ihn mißtrauisch ohne Ende machte und er war rheinischer Republikaner von Grund auf.
Kurz: der große, unberührbare Titan, der größte Komponist und der Held der Menschheit war im Alltag ein – was ein Glück! – ganz normaler Mensch. Ein Leben lang hab ich zusammengetragen und verspreche Ihnen, dass ich Ihnen nur die Wahrheit erzähle – wenn auch in meinen Worten. Wissen Sie, was Sie bisher nicht wussten, glauben Sie, was Sie bisher nicht glauben wollten, erfahren Sie mehr: über ihn und über – sich!
Was das alles mit „dat dat dat darf!“ zu tun hat? Kommen Sie doch vorbei, ich erzähl’ es Ihnen.
Ihr Konrad Beikircher“

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